Tour

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Rund um den Dachstein

Datum

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15. August 2006

Ort

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Ab Bad Goisern / .

Strecke

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180 km / 2.550 hm

Wetter

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Leichter Regen, Sonne

Online

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16. August 2006

 

 

Weil man als ehrgeiziger Sportler einen Feiertag möglichst aktiv verbringen sollte, passte mir Einladung meines Radkollegen Franz zu einer Rennradtour rund um den Dachstein für diesen Tag ganz gut. Die ersten Rohdaten von ca. 140 Kilometer und Geschwindigkeit wie bei einer „normalen“ Ausfahrt, ließen einen langen Radtag erwarten.

 

Deshalb war bereits um halb sieben Uhr morgens mit den Autos Abfahrt nach Bad Goisern, dem Ausgangs-punkt der Tour. Bereits auf der 1 ½ stündigen Fahrt ins Salzkammergut verdichteten sich die Wolken immer mehr. Am Ziel angekommen, waren die Bedingungen alles andere als traumhaft zum Radeln. Herbstliche Kälte und tiefhängende Wolken aus denen sich jederzeit ein Regenguss entladen konnte. Trotzdem vermieste das keinem der 14 tapferen Radler die Lust auf diese Tour. Um halb neun war die ganze Truppe dann startklar und es wurde in die Pedale getreten.

 

Kurz nach Bad Goisern folgte das erste Kriterium, der Pötschenpass. Anfangs fuhr ich brav in der Gruppe mit. Da ich am Berg immer meinen Rhythmus brauche, setzte ich mich nach und nach immer weiter an der Spitze ab. Der Anstieg war nicht allzu steil, dafür länger als ich eigentlich dachte. Mit gutem Tritt kam ich etliche Minuten vor den Nachfolgern aus der Gruppe auf der Passhöhe an. Dort wartete auch schon der Begleitbus, der den ganzen Kleinkram, Werkzeug und Verpflegung auf der gesamten Strecke mitführte. Durch einen Defekt an Walters Rad wurde die Wartezeit verlängert. Danach ging es in einer rasanten Abfahrt nach Altaussee in der Steiermark. Die Route führte über Bad Aussee weiter nach Bad Mitterndorf. Von dort dann weiter zum Salzastausee.

 

Auf halben Weg entlang des herrlich ruhig gelegenen Stausees wurden wir jäh von einem Holzarbeiter in Försteraufmachung gestoppt. „Wegen Felsschlages dürften wir hier nicht weiterfahren“, meinte der gute Mann. Nach einigen Einwänden unsererseits, wählte Mister wichtig gleich die Nummer der Polizei. Nach dem Motto „Die Klügeren geben nach“, drehten wir schliesslich um und radelten wieder die Stauseestrasse zurück. Durch die Sturheit dieses netten Mitmenschen, verlängerte sich die Tour um einen Umweg von 25 Kilometer. Am Radweg entlang umrundeten wir den Grimmingberg. Dabei kamen wir auch direkt an der imposanten Schiflugschanze am Kulm vorbei. Die extrem steile Auffahrt zur Schanze hatte ich bereits schon mal bei einem MTB-Rennen bezwungen. Wenige Kilometer nach der Schanze zwang eine weitere Reifenpanne eines Kollegen den Trupp zu einer kleinen Pause. Inzwischen bahnte sich die Sonne immer mehr den Weg durch die Wolken und die Temperatur wurde immer radfreundlicher.

 

Das Bergmassiv des Grimming umrundet, befanden wir uns auch schon im Ennstal. Hier führte die Route großteils auf der Bundesstrasse. Erstmals wurde auch richtig flott abwechselnd im Windschatten gefahren. Bei der nächsten, diesmal geplanten, Pause gab ich meine warme Bekleidung ab. Am Morgen ein Segen, wurde diese nun ob der strahlenden Sonne überflüssig. Nach einer kleinen Stärkung mit einem Energieriegel machten wir uns wieder auf den Weg. Langsam meldete mein Magen seine Bereitschaft zur Aufnahme von mehr Nahrung, ausser Energieriegel und Gel, an. Mit gutem Tempo strampelten wir weiter nach Haus im Ennstal. Dort bogen wir zum Ziel der Mittagsrast nach Ramsau am Dachstein ab. Der Strasse dorthin schien fast endlos. Zuerst immer leicht ansteigend, wurde der Weg zum Futter immer steiler. So mancher hätte das Gasthaus sicher lieber vor diesem Stück gesehen, aber da mussten alle durch. In Ramsau angekommen, standen wir beim ersten Wirt am Ortsanfang vor verschlossenen Türen. Beim nächsten Wirt wehten die Sonnenschirme im Wind. Also nix wie hin.

 

So schön und einladend das Gasthaus vor der Kulisse des Dachsteins auch aussah, hatte man beim Chef des Hauses immer das Gefühl, dass er an 14 Radler auf einmal nicht so richtig Freude hatte. Mir war es egal, Hauptsache es kam was Gutes in den leeren Magen. Eine große Portion Kaiserschmarren machte alles wieder gut. Während sich auch der Rest der Truppe stärkte, hatte in der prallen Sonne ein weiterer Radschlauch mit einem Knall sein Leben ausgehaucht. Während der Schaden behoben wurde, gönnte sich so mancher noch eine gemütliche Tasse Kaffee. Danach ging die Reise weiter. Der Blick auf den Radcomputer zeigte 100 Kilometer an. Mehr als die halbe Strecke der Tour war bereits absolviert.

 

Von Ramsau führte die Strecke großteils wieder bergab nach Filzmoos im Bundesland Salzburg. Mit bis zu 80 Km/h düste ich an der Spitze dahin. In den langsameren Passagen blieb genug Zeit um die herrliche Gebirgs-landschaft zu besichtigen. Immer wieder erstaunlich, welche schönen Flecke unser Land bereithält. Am Ende der Abfahrt erreichten wie Eben im Pongau. Ich hätte nie gedacht, dass ich dort mal mit dem Rad hinkomme. Von Eben im Pongau (Salzburg) ging die Tour, alles andere als eben, weiter ins Lammertal.

 

Im letzten Abschnitt unserer Dachsteinrunde war anfangs ein längeres Bergaufstück zu bewältigen. Bei so

einigen in der Truppe machten sich die bereits zurückgelegten Kilometer bemerkbar. Es bildeten sich kleine Gruppen. Ich konnte den Anschluss an die erste Gruppe, mit 3-4 Mann ganz gut halten. In St. Martin i.L. war der Anstieg geschafft. Nun flitzten wir wieder rasant die Bergstrasse hinunter, weiter nach Annaberg und Rußbach. Ein gutes Stück vor Russbach ließ ich die Spitzengruppe ziehen. Ich wollte wieder in meinem Tempo und Rhythmus den Pass Gschütt, der allerletzte Anstieg der Tour, hinaufstrampeln. Als mich Franz und Walter ein- und überholten hielt ich mein Tempo bei. Am anderen Ende des Passes, in Gosau, holte ich die beiden wieder ein. Gemeinsam fuhren wir die immer bergabführende, kurvige Strasse aus dem Gosautal in Richtung Hallstättersee. Dort wurde dann auf alle nachkommenden aus der Gruppe gewartet und eine letzte, kurze Rast gemacht. Danach radelten wir geschlossen am Hallstättersee entlang zurück zum Ausgangspunkt der Tour, nach Bad Goisern.

 

Gemütlich rollten wir ins Ortszentrum von Bad Goisern ein. Ich konnte als erster in den Parkplatz, wo wir unsere Autos abgestellt hatten, einbiegen. Der Radcomputer zeigte 180 Kilometer, 7 Stunden Fahrzeit und etwa 2.500 überwundene Höhenmeter an. Nach meiner bisher längsten Tour, die durch 3 Bundesländer führte, fühlte ich mich immer noch relativ frisch und entspannt. Nachdem alle Räder in den Autos verstaut waren, machte sich die Truppe gemeinsam in ein nahegelegenes Cafe auf. Bei Eis, Toast und Kaffee klang dieser schöne Tag sehr gemütlich aus.

 

Fazit: Meine bisher längste Rennradtour, relativ locker absolviert

        Wunderbare Eindrücke aus unserer traumhaften Berglandschaft

        Super Radkollegen, mit denen es echt Spaß macht weite Touren zu fahren

        Sicher nicht die letzte Tour mit Franz und Co…