Rennen

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6 Stunden-Radmarathon  

Datum

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5. Juli 2008                                                   

Ort

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Grieskirchen / Oö.

Strecke

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193 km / 1.460 hm

Wetter

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Sonnig, 30 Grad                                                                                   

Online

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7. Juli 2008

 

 

Mit einigen Trainingseinheiten auf der Strecke vermeintlich gut vorbereitet, war die Freude auf mein „Heimrennen“ in der nahen Bezirksstadt Grieskirchen sehr groß. Auch das Wetter spielte mit und somit sollte meinem einzigem Rennradrennen dieses Jahr nichts mehr im Wege stehen. Ein Rennen am Rennrad über 6 Stunden sollte für mich als eigentlichen Mountainbiker auch genügen J

 

Wie immer diente die knapp 6 Kilometer Anreise auch gleich zum Einfahren um gut aufgewärmt am Start anzukommen. Doch vor dem eigentlichen Start gab es natürlich auch noch einige andere Dinge zu erledigen. Da meine Frau Regina die Betreuung nicht übernehmen konnte, musste ich die Verpflegung insbesondere die Trinkflaschen alleine organisieren. Nachdem alle 5 Wasserflaschen gefüllt waren, 2 davon am Bike festgeklemmt waren und schlussendlich auch alle Riegel in der Trikottasche verstaut waren, rollte ich gemütlich zum Start. Gut 15 Minuten vor dem Start reihte ich mich ganz vorne in die Startaufstellung ein. Somit hatte ich freie Bahn nach vorne.

 

RUNDE 1:

Um 11.45 Uhr fiel dann der Startschuss. Wie letztes Jahr gelang es mir auch diesmal wieder, obwohl nicht unbedingt angestrebt, als erster hinter dem Führungsfahrzeug das neutralisierte Feld anzuführen. Am Stadtrand wurde dann der Start freigegeben. Auch da konnte ich mich noch relativ locker an der Spitze des Feldes halten.

 

Bis zu dem Zeitpunkt als ein Autofahrer kurz vor uns in die Kreuzung einbog und somit ein kleines Chaos in dem riesigen Starterfeld verursachte. Als ich versuchte rechts am Auto vorbei zu fahren zog der Fahrer nach rechts und „zwickte“ mich zwischen Auto und Strassenrand ein. Das übrige Feld brauste links am Hindernis vorbei. Mir blieb nur der Weg rund ums Auto und mich vorsichtig in die schnell von hinten kommenden Radkollegen einzureihen. Den kurz darauf folgenden ersten Anstieg kurbelte ich inmitten einer kleinen Gruppe mit flottem Tempo hoch.

 

In dieser Gruppe ging es dann auch mit gutem Tempo in die Flachpassage. Relativ gemütlich rollten wir auf den giftigsten Anstieg des Kurses zu. Im Anstieg konnte ich die gesamte Gruppe überholen. In der Abfahrt wurde ich dann von einigen Fahrern wieder überholt. War aber auch gut so, denn im Abschnitt Schallerbach-Grieskirchen herrschte ein hartnäckiger Gegenwind. Somit setzte ich mich als letzter in die kleine Gruppe. Brav im Windschatten abwechselnd, näherten wir uns nach 40 Minuten wieder Grieskirchen und hatten somit die erste Runde geschafft.

 

RUNDE 2:

Nachdem sich die „Ziehergruppe“ aus der ersten Runde in der Wechselzone aufgelöst hatte, musste ich den ersten Anstieg wieder alleine fahren. Was aber kein Problem darstellte, da meine Beine zu dem Zeitpunkt sowieso noch sehr gut waren. Kurz vor dem Ende des Anstieges holte ich einen Mitstreiter ein, der ebenfalls die „6-Stunden-Ausfahrt“ solo bewältigen wollte. Nach kurzem Zwiegespräch waren wir uns einig einen Teil dieses Weges gemeinsam zu fahren.

 

Im Windschatten abwechselnd näherten wir schnell einer größeren Gruppe. Ein Teamkollege von mir klemmte sich auch noch dazwischen und mit gut 50 Km/h ging es im Sog der Gruppe über den flachen Teil der Strecke Richtung St. Marienkirchen. Im Anstieg blieb die Gruppe großteils zusammen, womit eine optimale Fahrt im Gegenwind zurück nach Grieskirchen gewährleistet war. Diese Runde sollte mit 34,22 Minuten auch meine schnellste an diesem Tag bleiben.

 

RUNDE 3:

Wieder war in der Wechselzone, wo zwischen 2er-, 4er und Bigteams die Übergaben stattfanden, die schnelle Gruppe zerfallen. Übrig blieben nur mein „Weggefährte“ und ich. Bis zum zweiten Anstieg sollte das auch so bleiben. Doch in der Abfahrt nach Schallerbach drückte er aufs Tempo, welches ich nicht mitgehen konnte. Kurz vor dem Gegenwindstück hatte ich ihn wieder eingeholt. Doch der Vorsprung war zu groß und der Wind zu stark um zu ihm aufschließen zu können.

 

Also fuhr ich alleine im Wind wieder Richtung Start und Ziel. Vor dem Anstieg in Brandhof schloss ich auf einige Einzelfahrer auf. Den Anstieg bewältigte ich zwar mit der im Training festgelegen Übersetzung, doch machte sich bereits jetzt ein leichtes Ziehen in den Waden bemerkbar. Weiter alleine im Wind fahrend, beendete ich diese Runde nach 38 Minuten.

 

RUNDE 4:

Am Beginn jeder neuen Runde stand die sehr motivierende Stadtdurchfahrt mit vielen Zuschauern die jeden Fahrer fleißig anfeuerten. Einen Kilometer weiter war man wieder alleine am Anstieg. Mehr oder weniger noch locker bewältigte ich diesen. Auch im Flachstück war ich alleine. Weit und breit keiner der vielen Teilnehmer am diesem Rennen zu sehen. Eine gute Gelegenheit den ersten Riegel zu verspeisen.

 

Im zweiten Anstieg merkte ich, daß sich so langsam auch die Hitze immer mehr bemerkbar machte. Da auch die letzte der beiden Wasserflaschen nahezu leer war, plante ich am Ende dieser Runde den ersten Versorgungsstopp ein. Wieder kämpfte ich großteils alleine fahrend gegen den Wind bis nach Grieskirchen.  Nach 39 Minuten war auch diese Runde erledigt.

 

RUNDE 5:

Der erste „Selbstversorgungsstopp“ nach über 2 Stunden und 80 Km in den Beinen klappte ganz gut. Leere Flaschen vom Rad, die vollen in den Flaschenhalter rein, dazwischen eine großen Schluck aus der 2-Liter-Flasche und weiter ging es. Der kurze Stopp tat auch den Beinen ganz gut – dachte ich….

 

Im ersten Anstieg erwischte ich eine kleine Gruppe, die ich aber leider nicht halten konnte. So fuhr ich das Flachstück wieder solo. Nach und nach schwanden auch die Kräfte. Besonders am zweiten Anstieg merkte ich dies immer mehr. Ab nun begann der „mentale“ Teil des Rennens. Welcher mir aber wegen einer abermaligen Solofahrt im Gegenwind besonders zu schaffen machte. Eine Rundenzeit von 45 Minuten spricht Bände. Aber es sollte noch ein wenig härter kommen.

 

RUNDE 6:

Nach bereits einer Runde der nächste, eigentlich ungeplante, Versorgungsstopp. Den immer öfter kurz aufziehenden Krämpfe versuchte ich mit viel Flüssigkeit entgegenzuwirken. Somit waren bereits nach einer Runde beide Flaschen wieder leer. Also runter vom Rad, Flaschen mit Wasser füllen, Red Bull reinziehen und wieder rauf aufs Rad um eine weitere Runde zu drehen.

 

Diese Runde spielte sich bereits mehr im Kopf als in den Beinen ab. Nach etwas über 100 Km und über 4 Stunden im Sattel, großteils alleine fahrend im Wissen mit den viel schnelleren Team-Gruppen nicht mitziehen zu dürfen, schreit danach den inneren Schweinehund nicht nur zu überwinden sondern ihm am besten zu massakrieren. Die Rundenzeit von 49 Minuten war das Ergebnis von Hitze, Motivationsproblemen und Schonung der Beine.

 

RUNDE 7:

In dieser Runde lief es wieder etwas besser. Lange konnte ich mit einer Gruppe mithalten, die sich dann am zweiten Anstieg verabschiedet hatte. Doch im Gegenwindstück hatte ich Glück und erwischte wieder eine schnellere Gruppe in der ich auch noch gute Windschattenarbeit leisten konnte. Die 43 Minuten Rundenzeit war wieder aufbauend.

 

RUNDE 8:

Wie in der Anfangsphase des Rennes zerfiel die gute Gruppe die mich noch gut durch Runde 7 gezogen hatte wieder in der Wechselzone. Vorm ersten Anstieg blieb ich kurz stehen, da die Radschuhe drückten.

Nach Aus- und Anziehen kroch ich den Berg hoch. Wieder war ich auf weiter Flur alleine unterwegs.

 

Im Flachstück dachte ich kurz sogar über die Aufgabe des Rennens oder zumindest eine Runde Rast nach. Ich stoppte kurz, setzte mich kurz in den Schatten und wartete auf die nächste Gruppe. Alleine wollte ich nicht mehr fahren. Aber aufgeben gibt es bei mir nicht!!! Der innere Schweinehund musste ein zweites Mal dran glauben.

 

Der Himmel schickte mir prompt eine Gruppe die aus lauter Einzelfahrern bestand. Somit hatte jeder die gleichen Kilometer in den Beinen und wir halfen gegenseitig im Wind aus. Auch am zweiten Anstieg blieben wir alle zusammen. Im dritten Anstieg machten sich wieder Krämpfe in den Oberschenkeln bemerkbar. Aber ich war mit diesem Problem ganz und gar nicht alleine. Viele aus der Gruppe jammerten. Nach 49 Minuten, mit Pause, war ich wieder in Grieskirchen und startete die letzte Runde.

 

RUNDE 9:

Ein kurzer Blick auf die Kirchenuhr bei der Start/Zieldurchfahrt zeigte 17.20 Uhr. Also noch 40 Minuten bis zum Rennende. Mit wieder gewonnener Motivation begann ich die letzte Rennrunde. Die Gruppe zerfiel wie so oft an der Wechselzone.

 

Doch schon am Ende des ersten Anstieges schloss ich auf eine Fahrerin auf, die sich nach der Überholung in meinen Windschatten hing. Wir beschlossen, uns gegenseitig im Wind abzwechseln und gemeinsam die Runde zu beenden. Im Flachstück fuhr die Dame kurz mal vor, dann Wechsel und das war es dann auch für sie. Im zweiten Anstieg wartete ich ein wenig, weil ich keine Lust hatte nochmals alleine im Gegenwind zu fahren. Den Großteil des Gegenwindstückes fuhr dann doch ich vorne. Im letzten Anstieg krampften die Muskeln ein letztes mal. Mit der, teils hilfreichen, Dame im Schlepptau beendeten wir gemeinsam die Runde nach 43 Minuten.

 

Es war geschafft!!! Mit einer Gesamtzeit von 6:12:40 Stunden beendete ich dieses, in teils harte Quälerei ausartende, Rennen. In der Ergebnisliste scheine ich auf Platz 40 von 102 gewerteten Fahrern auf. Mit all den Problemen die ich hatte ein für mich doch noch halbwegs zufrieden stellendes Ergebnis.

 

Ein großer Fehler war sicher, daß ich zu spät und vor allem zu wenig gegessen hatte. Genau das spürte ich in Runde 6 und 8 am meisten. Das sollte einem rennerfahrenem Biker eigenlich nicht passieren. Aber der „Selbstversorgungsplan“ war eine Notlösung, die es beim nächsten Antreten zu diesem Rennen sicher nicht mehr geben wird!!

 

Fazit: Wieder eine super organisierte Veranstaltung

        Der Weg zum Ziel war um vieles härter als gedacht    

        Ziel für 2009 – einiges besser machen als 2008…