Rennen

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Gröbminger Land-Marathon

Datum

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12. Juli 2009

Ort

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Pruggern / Steiermark

Strecke

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42 km / 1.475 hm

Wetter

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Sonne, Regen, 15 bis 21 Grad                                                            

Online

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14. Juli 2009

 

 

Ein Hauptpunkt in dieser heurigen Rennsaison ist und bleibt das Wetter. Nach bereits zwei absolvierten Rennen im Dreck und Schlamm wollte ich mir nicht unbedingt noch ein Drittes in Folge gönnen. Aber wie immer sollte es beim Wunsch bleiben… 

 

Die Entscheidung für das Rennen in Pruggern in der Steiermark fiel erst am Vorabend des Rennens. Nach Tagen in denen nur Regen im Wetterbericht gemeldet wurde, sah die Vorhersage für den Renntag ausnahmsweise sogar sonnig aus. So packte ich am Samstag um 8 Uhr früh alle Rennsachen ins Auto, tippte ins NaviPruggern“ ein und düste bei herrlichem Sonnenschein in Richtung Steiermark. Nach zwei Stunden Fahrt angekommen, sah die Sach- äh Wetterlage ganz anders aus. Dicke, dunkle Wolken hüllten die Berggipfel ein aus denen bereits einzelne Regentropfen auf die Windschutzscheibe klatschten. Die Parkplatzzuweisung auf eine nasse Wiese passte mir deswegen so ganz und gar nicht. Aber richtige Alternativen gab es aber leider nicht viele.

 

Bis zum Rennstart hatte ich noch zwei Stunden Zeit. Da ich noch nie in Pruggern war, galt es erst mal den Start/Zielbereich mit Rennbüro zu suchen. Dieses war in dem kleinen Ort schnell gefunden. Das Ausfüllen des Nachnennformulars war genauso wie die Startnummernausfolgung in weniger als fünf Minuten erledigt. So blieb viel Zeit zur Rennvorbereitung, einfahren und Streckenerkundung.

 

Um 12 Uhr war es dann soweit. Neutralisiert setzte sich das eher kleine, feine Starterfeld von gut 200 Teilnehmern in Bewegung. Ich konnte mir eine gute Startposition in den vorderen Reihen sichern, diesen kleinen Vorteil aber wegen ständigen Stop and Go-Geplänkels in den schmalen Startkurven nicht nutzen. Erst im folgenden Anstieg war ausreichend Platz um sich für den eigentlichen Start am nächsten Anstieg einzusortieren.

 

Am steilen Asphaltanstieg wurde dann der Start freigegeben. Ich versuchte gleich ein wenig nach vorne zu stürmen, das aber wegen der schmalen Strasse gar nicht so einfach war. Wenige hundert Meter weiter hatten alle den ersten Schlammkontakt, gepaart mit Kuhscheisse auf Bike und Fuß – na toll…

Damit sich diese Mischung auch so richtig schön verteilen konnte, folgte eine kleine Abfahrt und ein schnelles Flachstück. So war man für den folgenden, langen Anstieg und all das was noch an Dreck so folgen sollte bestens abgehärtet.

 

Der lange Anstieg hatte es in sich. Aber ich konnte, immer am mittleren Kettenblatt fahrend, einige Fahrer locker überholen. Da ich die Strecke nicht kannte war dies natürlich ein eher riskantes Unterfangen aber dafür hatte ich ja in den letzten Woche extra dicke Gänge trainiert. Nach gut 30 Minuten berauf strampeln zweigte die Strecke auf einen kurzen Wurzeltrail ab, ehe es dann so richtig steil wurde. Noch selten hatte ich es mit so einer schwierigen und steilen Waldabfahrt zu tun. Die richtige Dosierung der Bremsen war fast lebensnotwendig. Am Hinterrad rutschend ging es über feuchte Wurzeln, Wurzelstufen usw. Trotz blockiertem Hinterrad wurde ich immer schneller, in ständiger Gefahr eines Abfluges über den Lenker. Aber es ging sich zum Glück alles knapp aus.

 

Im folgenden Flachstück atmete ich zuerst mal tief durch. Doch dazu blieb nicht lange Zeit, denn schon war der nächste Anstieg in Sichtweite. Nach einem kurzen Stück fahrend musste man dort vom Rad und schieben war angesagt. An sich ist eine Schiebepassage bei Rennen normal, aber wenn man dabei bis zu den Knöcheln im Dreck versinkt kann auch ein gar nicht steiles Schiebstück zum echten Härtetest werden.

 

Eine schnelle Abfahrt auf einer Forststrasse entschädigte für die Strapazen und säuberte nebenbei wieder das Reifenprofil. In dieser Abfahrt ließ machte mein Superfly seinem Namen wieder einmal alle Ehre. Es machte sehr viel Spaß das Bike in die engen Kehren zu bremsen. Nach einem kleinen Verbremser war es mit dem Spaß schnell vorbei, denn ich wurde gleich von zwei, drei Mitstreitern überholt. Darunter auch einer, den ich in den vorigen Rennen schlagen konnte. Wieder ließ ich mein Bike fliegen und bremste den Kollegen vom RC Lambach einige Kurven später aus.

 

Der weitere Rennverlauf war geprägt von kurzen Bergauf- Bergabpassagen gemischt mit kurzen Flachstücken. Meine Beine waren immer noch gut. Auch am letzten Anstieg dieses Streckenabschnittes, ein Waldtrail, kam ich gut voran. Beim folgenden Bergabtrail kam ich kurz aus der Spur und verlor dadurch wieder den vorher erbremsten Platz an den RC-Lambach Kollegen. Am nächsten, langen aber nicht allzu steilen Anstieg kämpfte ich mich wieder an ihn heran. Den vorher im Trail verlorenen Platz holte ich mir kurz vor der folgenden Abfahrt wieder zurück. Aber irgendwie waren die schnellen Forststrassen-Abfahrten heute nicht so mein Ding. Wieder verbremste ich mich, hatte alle Hände voll zu tun um einen Sturz zu vermeiden und büßte dadurch gleich vier Plätze ein. Mit einer ordentlichen Wut im Bauch wegen dieses dummen Fehlers, startete ich zu einer Aufholjagd.   

 

Mit viel Kraftaufwand und einigem Risiko holte ich die Gruppe nach einiger Zeit wieder ein. Nun konnte ich mich am Ende dieses „Packels“ erst einmal kurz erholen. Bis zum nächsten Anstieg blieb ich in dieser Position. Auch dieser Anstieg war wieder ein Schiebestück mir knöcheltiefem Schlamm. Wieder am Bike sitzend gab es nur eines – vorbei an dieser Gruppe. Doch meine Beine waren inzwischen nicht mehr im Optimalzustand. Aber der Konkurrenz ging es auch nicht viel besser. Mit einem beherzten Antritt in einer kurzen Berauf-Passage setzte ich mich an die Spitze und versuchte mich gleich von der Gruppe zu lösen. Dies gelang auch ganz gut.

 

Mit einem guten Abstand auf die Verfolger bog ich in einen Waldtrail ein. Anfangs noch gut zu fahren wurde dieser Trail aber immer steiler. Zuschauer in einem einsamen Waldstück deuten immer auf eine „Attraktion“ hin. Soll heißen es gibt für die Zuschauer so richtig etwas zu sehen und auf uns Fahrer wartet eine sehr schwierige Stelle. Die wartete auch wirklich, da der Weg immer schwieriger und steiler wurde. Ich packte all meine Fahrkünste aus und ließ dazwischen noch zwei Wahnsinnige vorbei die sich „ohne Furcht und ohne Hirn“ in diesen Abhang warfen. Irgendwie schaffte ich es mich am Bike zu halten. Ein Sturz in diesem Trail konnte sich nicht ohne Verletzungen ausgehen. Mit viel Glück und dosiertem Tempo brachte ich den sicher technisch schwierigsten Trail den ich je gefahren bin hinter mich.

 

Ab nun ging es flach in Richtung Ziel. Den Vorsprung auf die Verfolger aus der Gruppe konnte ich auch nach dem schweren Trail noch halten. Der letzte Streckenabschnitt führte auf einem feuchten Weg entlang des Enns-Flusses. Alleine fahrend versuchte ich ein gutes Tempo zu halten um eine gute Rennzeit zu erreichen. Kurz vor dem Ziel musste man noch scharf rechts abbiegen und vorbei war ein technisch sehr anspruchvolles, aber schön zu fahrendes Rennen.

 

Fahrzeit        : 2:43:43 Stunden

Rang-Gesamt: 54. von 142 Finishern

Rang-Klasse  : 15. von 41 Finishern

 

 Fazit: Schöne, für mich neue Strecke

         Tolle Organisation

         Letzter Downhill verlangt vieeeel Mut

         Formkurve stimmt 

 

Bildergalerie:

 

       

 

      

 

      

 

                                         Bildquelle: www.sportograf.de