Rennen
|
-
|
Granit-Marathon
|
Datum
|
-
|
27.
Juni 2010
|
Ort
|
-
|
Kleinzell
/ Oö.
|
Strecke
|
-
|
50
km / 1.500 hm
|
|
Wetter |
- |
Sonne pur
|
|
Online |
- |
29. Juni 2010 |
|
So spät
wie noch nie startete ich in die mittlerweile 10. Rennsaison. Die
unwirtlichen Wetter-verhältnisse mit Regen und
Kälte im Mai (dem eigentlich geplanten Saisonstart) wollte ich mir am
Mountainbike nicht mehr antun. Schließlich bin ich schon genug Schlammrennen
gefahren und irgendwann reicht das dann auch mal. Zum
Auftakt wählte ich mir gleich eines der schwierigsten Rennen in der Saison –
den Granitmarathon in Kleinzell, bei dem die Small-Strecke
auf 50 Kilometer mit 1.500 Höhenmeter verlängert wurde. Die
Streckencharakteristik im Mühlviertler Hügelland
verlangt oft mehr ab als so manches Rennen im Gebirge. Mit
Sonnenschein bereits am frühen Morgen machte ich mich voll motiviert und mit
Vorfreude auf den Weg nach Kleinzell. Wie seit nunmehr 10 Jahren erwartete
mich wieder eine top organisierte Veranstaltung.
Die Startnummernausgabe war gleich der erste Beweis dafür. Schneller und
unkomplizierter erhält man wohl nirgends die Startunterlagen. Daher blieb
fast eine Stunde Zeit zum ordentlichen Einfahren. Das erledigte ich am Ende
des Starterfeldes der 100 km Strecke die um 9 Uhr starteten. Ich nutzte dies
auch um auf den ersten 3 Kilometern die Beschaffenheit des Kurses unter die
Räder zu nehmen. Gut eine Viertelstunde vor dem Start um 10 Uhr ergatterte
ich noch einen guten Platz in der Startaufstellung. Um 10 Uhr
war es dann soweit – Start zum ersten Rennen 2010. Wie immer startete ich
ganz außen um einem möglichen Startcrash zu
entkommen. Prompt krachte es gleich nach 20 Metern im Mittelfeld ganz ordentlich.
Meine gute Startposition war durch den Crash verursachten
Stau dahin. Daher versuchte ich bis zum ersten kurzen, aber doch giftigen,
Anstieg wieder nach vorne zu kommen. Das gelang mir auch ganz gut. Von Beginn
an wurde ein hohes Tempo gefahren wodurch das Feld auseinandergezogen wurde. Wie nach
dem vielen Regen in den Tagen und Wochen zuvor zu erwarten, war die erste
Waldabfahrt sehr schlammig. Der etwas zu hohe Luftdruck im Vorderreifen
rächte sich nun. Wie auf Glatteis rutschte ich den Trail
hinunter. Auf einer nassen Wurzel ging das Vorderrad weg und ich stürzte
seitlich zu Boden. Außer einer Extraportion Dreck am Trikot blieb der Sturz
glücklicherweise ohne weitere Folgen und ich konnte glücklicherweise
unbeschadet das Rennen fortsetzen. Am langen,
mittelsteilen Anstieg beim Kraftwerk Partenstein
wollte mein Wille wieder einmal mehr als die Beine hergaben. Gegen die
geplante Übersetzung am mittleren Kettenblatt wehrten sich die Beine
vehement. Sich bereits hier in der noch Anfangsphase des Rennens zu verheizen
machte natürlich keinen Sinn. So musste ich aufs kleine Kettenblatt und sogar
einige Mitstreiter (mit besseren Beinen?) ziehen lassen. Im Wissen, dass in
so einem langen Rennen noch viel passieren konnte störte mich das zu diesem
Zeitpunkt auch noch nicht allzu sehr. Bei der
zweiten langen Abfahrt auf einem Schottertrail
verabschiedete sich die Trinkflasche aus der Halterung. Bei den hohen
Temperaturen kam dieser Verlust einer mittleren Katastrophe gleich. Statt dem
Extramix an Elektrolyten schnappte ich mir bei der
nächsten Labe gleich zwei Becher Iso und eine
kleine Wasserflasche die ich sicher in der Trikottasche verstaute. So war die
wichtige Flüssigkeitsversorgung wieder gesichert. Der Trail im Flusstal entlang der Großen Mühl
war für die 29er-Räder des Superflys wie
geschaffen. In diesem Streckenteil wollte ich einen guten Vorsprung auf die
verfolgenden Mitstreiter herausfahren. Doch dies gestaltete sich ungewöhnlich
schwierig. Irgendwie brachte ich den, für dieses Vorhaben erforderlichen,
Druck nicht aufs Pedal und somit auch nicht den gewünschten schnellen
Vortrieb. Zwar gelang es mir, zwei drei Konkurrenten zu überholen, doch am
Anstieg am Ende des Trails wurde ich wieder
überholt. Mit überdurchschnittlicher Mühe brachte ich den Anstieg als
Schlussmann der Gruppe hinter mich. Im neuen Streckenteil, einem ungemein
steilen, längerem Anstieg, ging es mir besser. Die tolle Traktion meines Bikes ausnutzend, strampelte ich wieder fast mühelos den
Berg hinauf. Im
letzten Drittel des Rennes machten meine Beine immer mehr auf sich
aufmerksam. Mittelsteile, kurze Anstiege (von denen gab es genug) wurden
immer schwerer zu fahren. Gegen Ende des Rennens waren die Beine zeitweise
total leer. Da kurz vor dem Ziel noch ein steiler Anstieg wartete musste ich
mir die schwindenen Kräfte gut einteilen um dort
wenn nötig noch mal attackieren zu können. So kam es dann auch und ich konnte
noch einen Platz erobern. Die
letzten Meter bis zur Ziellinie gab ich noch einmal alles. Mit einer Zeit von
2.43.42 war ich trotz 5 Kilometer und 250 Hm längerer Strecke um 2 Minuten
schneller als im Vorjahr. Mit besseren Beinen wäre sicher noch mehr drin
gewesen, zumal der Abstand zur den drei vor mir in der Altersklasse liegenden
nur im Sekundenbereich lag. Aber was soll´s - am
Ende war ich sehr zufrieden aus dem Training heraus ein gutes Rennen gefahren
sowie defektfrei und heil im Ziel angekommen zu sein. Kleinzell
war eines der ersten Rennen die ich am Anfang meiner Rennkarriere fuhr. Seit
dem war ich jedes Jahr am Start und wurde dafür, gemeinsam mit 5 anderen
Teilnehmern, vom Veranstalter auf der Festbühne geehrt. Als Dank für die
treue Teilnahme gab es einen Freistart für das Rennen 2011.
Rang-Gesamt: 68. von 303 Finishern Rang-Klasse : 18.
von 87 Finishern Fazit: Perfekte Rennorganisation Schwierige,
rutschige Abfahrten Beine
zeitweise sehr müde Freue mich
schon aufs nächste Jahr |