Rennen

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Granit-Marathon

Datum

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21. Juni 2009

Ort

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Kleinzell / Oö.

Strecke

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49 km / 1.500 hm

Wetter

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Sonne, Regen, Hagel                                                                 

Online

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23. Juni 2009

 

 

Die Vorzeichen aus wettertechnischer Sicht für eines meiner Lieblingsrennen standen noch am Vorabend des Renntages gar nicht gut. Regen, Regen und nochmal Regen – so drohte wieder eine Schlammschlacht. Doch der Renntag begann dann ganz anders als gedacht. Je näher ich Kleinzell kam, desto mehr verzogen sich die dunklen Wolken und die Sonne kam zum Vorschein. Also doch keine Schlammschlacht…??? 

 

Knapp 2 Stunden vor Rennbeginn kam ich in Kleinzell an. Ein Parkplatz war wie immer schnell gefunden, wenn auch auf einer Wiese was mir gar nicht so behagte. Aber die Wiese war relativ trocken und damit auch kein Problem wieder wegzukommen. Wie immer beim Granitmarathon klappte die Startnummernausgabe wie ein perfekter Boxenstopp in der Formel 1. Dort wollen die Kleinzeller, auf 2 Rädern, mit der Ausrichtung der Mountainbike-EM 2011 auch hin. So viel bereits vorweg – sie sind am allerbesten Weg!

   

Beim Einfahren checkte ich die Wiesenwege auf die Bodengegebenheiten. Teilweise ein kleinwenig feucht und daher problemlos befahrbar. Etwa eine halbe Stunde vor dem Start stellte ich mich in den Startkorridor

und erwischte gleich einen Platz in der zweiten Reihe. So sicherte ich mir eine gute Startposition. Die Sonne war während der Wartezeit hinter dicken Regenwolken verschwunden. Oh, oh…

 

Um 10 Uhr fiel der Startschuss zu meinem zweiten Saisonrennen. Leider konnte ich die gute Startposition nicht nützen, da ich sehr schlecht weg kam. Auf den ersten Metern wolle ich auch nichts riskieren und ließ

viele Fahrer vorbeiziehen. Als sich das Feld am ersten Kilometer einigermaßen beruhigt hatte begann ich zu attackieren um am ersten Stich gut dabei zu sein. Das gelang mir auch und so erkämpfte ich mir eine gute Ausgangsposition für die restlichen 44 Kilometer.

 

Am ersten Streckenabschnitt, eine Runde um Kleinzell, kam ich ganz gut voran. Der kleine Downhill ging gut, der Luftdruckl im Vorderreifen passte diesmal, und auch die Anstiege waren locker zu fahren. Ich machte wieder zwei, drei Ränge gut. Nach der Startrunde begann dann das eigentliche Rennen gleich mit einer sehr schwierig zu fahrenden Abfahrt im Wald. Ausgerechnet dort fing es ziemlich stark zu regnen an und machte den ohnehin feuchten Boden sehr glitschig. Es dauerte nicht lange und ein Fahrer vor mir stürzte. Sein auf der Ideallinie liegendes Bike blockierte die Strecke. Ich bremste ab, kam ins Rutschen und fiel um. So schnell es ging raffte ich mich wieder auf und setze die Fahrt fort.

 

Der Regen machte auch den folgenden Wiesenanstieg nicht viel einfacher. Mit guter Traktion am Hinterrad schaffte ich es gut bis zum Asphaltstück. Nun war erst mal durchatmen und Erholen angesagt. Es regnete weiterhin intensiv. Am Asphalt kein Problem aber die Abfahrten wurden dadurch immer schwieriger zu fahren. Mit angezogener, geistiger, Handbremse meisterte ich die nächste Abfahrt. Dabei befand ich mich immer in latenter Sturzgefahr. Nur nicht zu viel und schon gar keinen Sturz riskieren lautete daher mein Motto.

     

Die vorsichtige, aber nötige, Fahrweise kostete natürlich Zeit und einige Ränge. Diese versuchte ich am langen Anstieg beim Kraftwerk Partenstein wieder aufzuholen. Anfangs lief diesen Vorhaben eher zäh. Doch so nach und nach kam ich, immer am mittleren Kettenblatt strampelnd, gut und erfolgreich voran. 

 

Der Regen hatte in der Zwischenzeit wieder aufgehört. Nun wartete der Streckenabschnitt entlang der großen Mühl. Dabei übersah ich die Abzweigung und fuhr geradeaus weiter. Die hinter mir fahrenden Kollegen, darunter auch meine „Gefährtin“ vom Rennen in Bad Mitterndorf, riefen mir laut zu. Schnell drehte ich um und kratze die Kurve ins Mühltal. Die vorher am Anstieg erkämpften Ränge waren dahin und die Aufholjagd begann wieder von vorne. Durch einen Sturz der „Gefährtin“ wurde mir ein Rang wieder geschenkt. Die restlichen drei Ränge holte ich mir am Anstieg aus dem Mühltal wieder zurück.  

 

An den optimal positionierten Laben versorgte ich mich mit Getränken und Bananenstücken. Der weitere Rennverlauf war geprägt von sehr schwierig zu fahrenden Waldabfahrten und steilen Anstiegen. Am steilsten Anstieg des Rennens (26%) zwang mich ein neben mir stürzender Fahrer vom Rad. Nach einigen Metern schieben konnte ich den Anstieg aber fahrend hinter mir lassen.

 

Meine Beine waren auch am Schlussteil des Rennens immer noch locker. Wie fast immer waren die eher flachen Waldtrails wie für´s Superfly (mein Bike) gemacht. Es machte sehr viel Spaß auch im schmierigen,

tiefen Boden mit guter Traktion Tempo machen zu können. So konnte ich an diesem Abschnitt noch drei Fahrer überholen.

 

Am letzten Anstieg zum Ziel begann es wieder ganz leicht zu regnen. Verbissen versuchte ich einen etwas weiter vor mir fahrenden Konkurrenten einzuholen. Im Anstieg kam ich ihm immer näher und kurz vor der Zeltdurchfahrt war mein Vorhaben erfolgreich erledigt. Eigentlich dauerte das Rennen in den letzten Jahren nach der Fahrt durch das Festzelt nur mehr wenige Meter. Doch diesmal war noch ein kleiner Umweg im Wald zu fahren ehe es dann leicht bergauf durch den Zielbogen ging.

 

Also trat ich ein letztes mal fest in die Pedale und beendete die 49 km mit 1.500 „Mühlviertler“ Höhenmeter mit einer ordentlichen Schlammpackung auf Mensch und Material.  Auch beim zweiten Saisonrennen gab es in dieser Hinsicht keine Schonung. Kurz nach der Zielankunft ging eines der stärksten Gewitter seit Jahren in der Region, mit Hagel, Wolkenbruch, Sturm und Temperatursturz von 10 Grad nieder. Ein Blitzeinschlag in Zielnähe legte kurzzeitig den Strom lahm. Völlig durchnässt und durchgefroren nutze ich einen Sturzbach aus einer Dachrinne gleich zur groben Radwäsche. Als das Unwetter nach 20 Minuten abzog suchte ich so schnell es ging, mitsamt dem Radtrikot, eine warme Dusche auf.

 

Fahrzeit        : 2:46:55 Stunden

Rang-Gesamt: 64. von 301 Finishern

Rang-Klasse  : 14. von 86 Finishern

 

 Fazit: Das erstemal kein Hitzerennen – im Gegenteil…

         Schwierige Abfahrten, zweimal einiges Glück gehabt

         Rennorganisation einfach top

         Gute Beine, Form scheint zu stimmen  

 

Bildergalerie:                                           

 

          

 

          

 

          

 

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