Rennen
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Salzkammergut MTB-Trophy
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Datum
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18.
Juli 2009
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Ort
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Bad
Goisern
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Strecke
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53
km / 1.663 hm
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Wetter |
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Regen, 2 bis 9 Grad
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Online |
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19. Juli 2009 |
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Am Anfang meiner Berichte steht meistens wie das Wetter am
Renntag war. Mountainbiken ist eben ein Outdoorsport bei dem
sich sehr vieles nach dem Wetter richtet. So war auch das Wetter für das
größte Mountainbikerennen Österreichs, der Salzkammergut Trophy in Bad Goisern, ein sehr
großes Thema. Am Vortag hatte es noch über 30 Grad Hitze, abends war
dann ein markanter Wettersturz von über 20 Grad und starkem Dauerregen angesagt. Also sollte dies
mein viertes Gatschrennen in Folge werden… Ein Blick aus dem Fenster am frühen Morgen des Renntages
zeigte, dass sich die Meteorologen leider nicht geirrt hatten. Es regnete sehr stark und wäre ich für´s Rennen nicht bereits angemeldet gewesen, hätte ich
mich vermutlich wieder in die warme Bettdecke gehüllt. Stattdessen hieß es
raus in den Regen, Bike und alle Utensilien ins
Auto gepackt und ab in die Berge. Je näher man Goisern
kam umso stärker wurde der Regen. Glücklicherweise fand ich einen super Parkplatz in der
Nähe der Startnummernausgabe, der sogar ein kleines Vordach für die Rennvorbereitungen hatte. Die Abholung der
Startnummer war die erste Regenprobe an diesem Tag, die aber mit Schirm und
Jacke gut zu bewältigen war. Wieder zurück beim Auto wurden Bike und Fahrer rennfertig gemacht. An ein Einfahren war heute
sowieso nicht zu denken. Viel wichtiger war die Wahl der richtigen
Bekleidung. Die Entscheidung fiel auf: Neoprenüberschuhe –
Radunterhose - Radwinterhose mit Innenfleece -
darüber Team-Sommerhose - Radtrikot - darüber Radwinterjacke - darüber
Team-Windjacke – Winterhandschuhe – Kopftuch – Helm. Mit diesem Winter-Sommer Mix stellte ich mich an einem 18.
Juli bei grade mal 5 Grad (!!) und Regen ohne Ende eine halbe Stunde vor dem Start ganz vorne in den
Startblock. Bis zum Startschuss um 11 Uhr war ich zwar Pitschnass, dafür
konnte ich von ziemlich weit vorne die Regenschlacht in Angriff nehmen. Vom Start kam ich wie immer am Rand fahrend ganz gut weg.
Bis zum ersten Asphaltanstieg nach etwa 2 Kilometern hatte ich mich gut ins vordere Feld
einsortiert. Der Anstieg ging dann nicht ganz so auf der geplanten Übersetzung. Daher fuhr ich
einen Kompromiss zwischen Pulskontrolle um nicht gleich am ersten Berg alles
zu geben und gutem Renntempo. Der starke Regen störte mich nicht, ließ aber
leider meine Brille immer wieder anlaufen. Als der Untergrund dann auf
Schotter wechselte wurde es etwas flacher und ich drückte aufs Tempo. Bis zur Einfahrt in den ersten Trail
konnte ich einige Fahrer überholen. Der Trail war
zwar schlammig und tief aber noch gut zu befahren. Am folgenden
Schotteranstieg kämpfte ich mich erfolgreich an eine Gruppe vor mir heran. Es
gelang mir, zwei Fahrer aus dieser Gruppe bis zum ersten Downhill
bei den Sandlingliften zu überholen. Die Abfahrt
über die Skipiste war trotz des Regens für mich relativ problemlos zu fahren.
Auch der Trail über die
Felsen gelang ohne gröbere Schwierigkeiten. Im zweiten Teil der Abfahrt ging es dann so richtig zur
Sache. Ein Sturzbach machte den mit vielen Felsen durchzogenen Trail teilweise unfahrbar. Bis über die Knöchel im Wasser
musste das Bike geschoben werden. Ich versuchte so
gut es ging immer wieder einige Meter in diesem Bach zu fahren. Am Ende des Trails war noch eine sehr steile, felsige Abfahrt.
Letztes Jahr zollte ich dieser Stelle noch Respekt und schob das Bike, diesmal gelang mir der Ritt über die vielen Felsen
fahrend! Somit war der erste Knackpunkt dieses Rennens erfolgreich und vor allem sturz- und verletzungsfrei
absolviert. In der Anfahrt zur Blaa Alm
wurde ein weiterer Trail wegen der
Wetterverhältnisse auf einer Forststrasse umfahren. Gemeinsam mit einem
Verfolger ließ das Bike in der schnellen, teilweise
steilen Schotterabfahrt so richtig laufen. Teilweise waren richtig kleine Seen
zu durchfahren, wo man nie wusste wie tief die waren. Inzwischen gesellte sich zum Regen leichter Schneefall.
Das Thermometer am Bikecomputer zeigte 3 Grad an. Immer noch den Verfolger im Rücken näherte ich mich dem Rettenbachtal. In dem engen Tal waren echte
Wasserfestspiele. Rechts unten neben dem Fahrweg führte der Rettenbach
bereits ordentliches Hochwasser, links vom Weg stürzten Wasserfälle auf die Strecke. Auch
am Weg selbst bahnte sich ein Sturzbach seinen Verlauf. Die Fahrt in diesem
Wildbach war nicht ungefährlich, da man nicht wusste ob ein Loch oder ein
ausgewaschener Felsen unter dem Wasser ein jähes Ende des Rennens setze. Bei
einem Sturz konnte man auch schnell im Hochwasser des Rettenbaches
landen. Trotz all dieser Gefahren bretterte ich mit
hohem Tempo durch das Rettenbachtal um
einen kleinen Zeitvorsprung für den nächsten Anstieg herauszufahren. Mein
Verfolger musste mit Patschen w.o. geben. Doch das
erzählte er mir erst viel später im Ziel…. Am Beginn des sehr langen Anstieges zur Hütteneckalm
merkte ich gleich, dass die Beine nicht mehr ganz so wollten wie mein Kopf.
Die Nässe und die vielen Bachdurchfahrten kosteten doch mehr Kraft als
gedacht. Trotzdem kam ich mit relativ gutem Bergtempo voran. Etwa
bei Hälfte des Anstieges bildete sich eine kleine Gruppe in der wir uns
gegenseitig immer ein wenig pushten. Bei der flacheren Anfahrt zum
Tauernkreuz konnte ich mich von dieser Gruppe lösen und einen kleinen
Vorsprung bis zur Labe herausfahren. An der Labe nahm ich eine Banane und ein
Isogetränk auf. Das musste für die nächsten
Kilometer reichen. Im zweiten Teil des Anstieges zum Hütteneck fiel die
Temperatur auf 2 Grad. Dank meiner, dem Wetter angepassten, Kleiderwahl
machte mir das im Gegensatz zu so manch anderen Fahrern nicht viel aus.
Überhaupt waren viele in kurzer Hose und kurzem Trikot unterwegs. Meine
„Hütteneck-Taktik“ ging wieder auf und am Anfang des Trails
zur Hütteneckalm konnte ich einige Fahrer hinter mir lassen. Am Trail blieb ich an einer Wurzel hängen, fiel mitsamt dem Bike um und lag da wie ein umgedrehter Maikäfer. Aber ich
rappelte mich schnell wieder auf und weiter ging die Fahrt am durchweichten
Schotterpfad. Am höchsten Punkt des Rennens angekommen, gesellte sich
zum immer noch starkem Regen ab und zu dicke
Schneeflocken. Gut, dass es von nun an wieder Richtung Tal ging. Auf der
steilen Schotterstraße konnte ich bis zur Einfahrt in den Waldtrail
wieder drei Fahrer überholen. Am Trail war nach
wenigen Metern Schluss mit Fahren. Schon auf trockenem Untergrund wegen der
Steilheit unfahrbar, verwandelte der Regen den Boden in eine Rutsche. Mit der
glatten Sohle der Überschuhe hatte ich alle Mühe den Abhang ohne Ausrutscher
zu überstehen. Wieder am Bike sitzend, verhakte
sich die Radhose irgendwie mit dem Sattel. Ich kam in keine Sitzposition und
hopste unkontrolliert über die vielen kleinen Steine. Es folgte eine Ministurzbach an dem ich dann sowieso vom Bike steigen musste. Erst das Ende des Trails gelange mir wieder fahrend. Wieder auf der Schotterstrasse gelandet stellte ich fest,
dass ich am Trail alle hinter mir gelassen hatte.
Weit und breit war kein Verfolger zu sehen. Das war meine Chance! Mit vollem
Tempo versuchte ich wieder einen Zeitvorsprung herauszufahren. An einem
kurzen Anstieg spürte ich doch ein massiveres Nachlassen der Kraft in den
Beinen. Trotzdem schaffte ich es noch mich einer kleinen Gruppe zu
nähern. Es folgte einer meiner Lieblingstrails
zur „Ewigen Wand“. Bereits am Beginn des Trails
konnte ich einen Fahrer aus der Gruppe überholen. Nach und nach hatte ich
alle drei Fahrer durch. Mit viel kontrolliertem Risiko machte es mir großen
Spaß diesen Trail zu fahren. Vielleicht lag es auch
daran, dass die Brille immer wieder beschlagen war und einfallender Nebel die
Sicht noch zusätzlich verschlechterte. Bis zur „Ewigen Wand“ konnte ich noch
einige Fahrer mühelos überholen. Bei der Durchfahrt des Tunnels wäre ich
beinahe, so wie letztes Jahr, an die Wand gekracht. Leider boten die sehr
tief hängenden Wolken heuer keine Sicht auf das herrliche Panorama, das man
von der „Ewigen Wand“ aus hat. Weiter ging die Abfahrt am Trail.
Trotz des tiefen Bodens hatte ich keinerlei Probleme es am Trail so richtig krachen zu lassen. Von dieser
Performance war sich selber ein wenig überrascht. Am Ende des Trails ließ ich die Vernunft walten und stieg vor dem
kurzen, aber sehr glitschigen Felsenstück ab. Auf der Schotterstraße ging es
wieder in vollem Tempo in die Ortschaft Lauffen. Die Stiegenabfahrt an
der Kirche gut absolviert ging es nun in den Schlussteil des Rennens. Am
flachen Stück entlang der, inzwischen Hochwasser führenden,Traun fuhr mir ein heftiger Krampf in die
Oberschenkel. Zum Glück löste sich dieser wieder schnell. Im Verlauf dieses
Flachstückes schlossen zwei Fahrer auf mich auf. Einer davon überholte mich,
der andere wollte die Verfolgung mit meiner Hilfe aufnehmen. Doch eine nasse
Wurzel zwang mich zu einem kurzen Zwischenstopp. Der Kollege zog an mir
vorbei. Ich gab nochmals alles um ihn wieder einzuholen. Knapp einen Kilometer vor dem Ziel war ich wieder am
Hinterrad des Kollegen. Kurz vor dem Ziel konnte ich mich einige Meter
absetzen. Ein letzter Antritt und das Rennen war
geschafft. Es regnete immer noch… Trotz der widrigen Bedingungen war ich nur um 4 Minuten
langsamer als letztes Jahr und mit der erbrachten Leistung mehr als
zufrieden! Nicht zufrieden bin ich mit meiner Dummheit, in der Dusche
die Radschuhe vergessen zu haben. Doch das merkte ich erst Zuhause beim Auto ausräumen. Meine, dem
Rennoutfit, angepassten Schuhe werden wohl zukünftig die Füße eines
unehrlichen Bikers im In- oder Ausland zieren – alles Schlechte damit!!! Fahrzeit : 3:05:52
Stunden Rang-Gesamt: 67. von 643 Finishern Rang-Klasse : 14.
von 157 Finishern www.trophy.at Fazit: Diesmal mehr eine Regen- als eine Schlammschlacht Die Rennen
über 200 und 110 Km wurden wegen Schnee abgebrochen Teils
extreme Streckenbedingungen Eine meiner besten Trailabfahrten
zur und von der „Ewigen Wand“ Mein Motto
dieses Tages: „Nur die Harten kommen in den Garten…“ Bilder vom Rennen:
Bildquelle: www.sportograf.de |