Rennen
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Salzkammergut MTB-Trophy
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Datum
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12.
Juli 2008
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Ort
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Bad
Goisern
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Strecke
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53
km / 1.663 hm
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Wetter |
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Sonne, Regen, 25 Grad
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Online |
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17. Juli 2008 |
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Sonnenschein begleitete mich auf der Fahrt nach Bad Goisern. Aber je näher die Berge kamen desto mehr
verdichteten sich die Wolken. In Bad Goisern
angekommen, schüttete es wie aus Kübeln. Zudem wurde mir ein sehr schlechter
Parkplatz vom Ordner zugewiesen. Gut 1 Kilometer Fußmarsch war bis zur
Startnummern- ausgabe
zurückzulegen. Diese klappte wie am Schnürchen und nach nicht einmal 5
Minuten machte ich mich, mit Schirm und Regenjacke geschützt, im weiterhin
strömenden Regen wieder auf zum Auto. An ein Einfahren im Regen war nicht zu denken. Die
Aufwärmung erledigte sich sowieso selber mit dem Gang zur und von der
Startnummernausgabe. So bereitete ich mich in aller Ruhe zumindest mental auf
das Rennen vor. Eine Stunde vor dem Start um 11 Uhr hörte der Regen langsam
auf und die Sonne kam immer mehr hervor. Sicherheitshalber nahm ich die
Rad-Regenjacke mit und zog die wasserdichten Überschuhe über. Schließlich war
mit einem Gatschrennen zu rechnen. Da heuer eine sehr hohe Starterzahl zu erwarten war,
stellte ich mich schon eine halbe Stunde vor dem Start in die
Startaufstellung. Bei Sonnenschein verharrte ich dort ziemlich weit vorne im
1.420 Starter großen Feld. Zwei Minuten vor 11 Uhr fiel der Startschuss. Wie immer
hieß es in der sehr hektischen Startphase gut aufpassen um nicht
übermotivierten Fahrern zum Opfer zu fallen. Prompt krachte es einige Reihen
vor mir und das Feld kam kurz zum Stillstand. Den ersten Anstieg zum Herndl
ging ich eher zurückhaltend an um nicht gleich in der Anfangsphase zu
überziehen. Das gelang ganz gut und ich konnte mich auch ein wenig nach vorne
arbeiten. Mit gutem Tempo lief es bis zum Übergang auf die Schotterstrasse.
Im flacheren Stück verabsäumte ich es auf die Tube zu drücken, bummelte ein
wenig und wurde wieder von einigen Fahrern überholt. Auch im ersten Trailstück mit tiefen Boden und nassen Wurzelpassagen kam
ich irgendwie nicht so gut in Fahrt. Im folgenden Anstieg lief es wieder ein wenig besser. Ich behielt
eine kleine Gruppe vor mir immer im Auge. Vor dem nächsten Trailstück konnte ich die Gruppe überholen um keinen
Fahrer im Trail vor mir zu haben. Durch das
ständige Sperren und Entsperren der Federgabel
verdrehte sich das Härteeinstellrad auf die ganz harte Position. Mit fast
starrer Gabel und den daraus folgenden Problemen bewältigte ich den Trail. Dadurch schob sich fast die ganze Gruppe wieder an mir vorbei. In der Zufahrt zum schwierigsten Downhill
des Rennens, bei den Sandlingliften, lief es auch
nicht ganz so wie ich wollte. Wie zu erwarten war die sehr steile Abfahrt
nass und rutschig. Allerhöchste Konzentration war gefordert um nicht zu
stürzen. Ich kam gut durch und konnte drei, vier Plätze gut machen. Nur im
ganz letzten, fast unfahrbaren, Stück der Abfahrt stieg ich aus
Sicherheitsgründen ab und schob das Bike über die
vielen kleinen Felsen. Nun war es an der Zeit den ersten Riegel zu verspeisen.
Das dauerte eine ganze Weile da der Riegel ziemlich zäh war. Im Downhill-Trail zur Blaa Alm
nahm ich etwas mehr Risiko um Zeit gut zu machen. In dem leicht fallenden
Streckenstück von der Blaa Alm ins Rettenbachtal lief es sehr gut. Angriffe der Fahrer
hinter mir konnte ich gut abwehren. Auch durch das Rettenbachtal
passte alles. An den gefährlicheren Stellen nahm ich das hohe Tempo heraus um
gut über die glitschigen Steine zu kommen. Inzwischen hatte sich die Sonne
voll durchgesetzt und verwandelte die feuchte Luft in ein tropisches Klima. Das Rettenbachtal gut hinter
mich gebracht, wartete nun der anstrengendste
Streckenteil. Der elend lange Anstieg auf die Hütteneckalm. Unser
Teambetreuer war dort mit einer frisch gefüllten Trinkflasche postiert.
Gleich zu Beginn des Anstieges merkte ich, daß ich
die geplante Übersetzung nicht fahren konnte. Die Beine waren etwas schwer
und ich hatte Mühe, guten Druck auf das Pedal zu bekommen. Auch der Puls
schnellte nach oben. So musste ich immer aufpassen um nicht zu
überziehen. Natürlich zogen gefühlte tausend Biker scheinbar leichtfüssig an mir vorbei. Davon unbeirrt strampelte ich
in meinem Tempo uns Rhythmus den Anstieg hoch. Bei der Labe an der Tauernkreuzung war der steilste Teil
des Anstieges geschafft. Ich trank viel Wasser, verdrückte eine Banane und
versuchte ein wenig mehr Tempo zu machen. Das funktionierte ganz gut. Nach
und nach ging es immer besser und auch wieder schneller. Ich konnte auf
einige Fahrer vor mir aufschliessen und auch
überholen. Im Trail zur Hütteneckalm herrschte gute
Stimmung seitens der Zuschauer. Auch meine Stimmung war wieder gut, denn ich
konnte in einem meiner Lieblingsstücke des Rennes Plätze gut machen! In der schnellen Abfahrt von der Hütteneckalm auf Schotter
war ich wieder gut dabei. Bis zur Einfahrt in den Trail hatte
ich wieder zwei Plätze gewonnen. Der Trail war
wegen des Schlammes und der großen Felsen größtenteils unfahrbar. Doch auch
schiebend kann man überholen. Bis sich auf der Schotterstrasse der Dreck
wieder von den Reifen gelöst hatte musste man in den Kurven gut aufpassen um
nicht wegzurutschen. Als das Reifenprofil wieder sichtbar war gab ich Gas. Ich
versuchte soviel Zeit wie möglich aufzuholen. Die Beine waren wieder locker
und auch der richtige Druck aufs Pedal wieder da. Mit Leichtigkeit gelang es
mir einige Fahrer zu überholen. Im Trail zur
„Ewigen Wand“ merkte ich immer mehr das Nachlassen der Bremskraft. Beide
Bremshebel hatten einen ziemlich weiten Weg. Also musste ich in dem Trail noch mehr aufpassen. Aber ich kam gut und schnell
bis zum spektakulärsten Teil der Strecke, der „Ewigen Wand“. In einem der Tunnel passierte mir ein einmaliges
Missgeschick. In der totalen Finsternis fuhr ich gegen die Tunnelwand. In den
letzen Jahren waren die Tunnel beleuchtet, diesmal musste man sich in der
Finsternis durchtasten. Ich musste selber über diesen kleinen Unfall
schmunzeln. Weiter ging es am Trail in Richtung
Tal. Im letzten Stück lief ich das Superfly nochmal so richtig laufen, obwohl die Bremskraft immer
schlechter wurde – No risk, no fun… In der Ortschaft Lauffen erwartete uns wieder ein
begeistertes Publikum. Viele wollten sehen, wie die Biker die technisch
schwierig zu fahrende Kirchenstiege meisterten. Mir gelang es gut, ja es
machte sogar sehr viel Spaß über die Stiegen hopsend hinunter zu fahren. Kurz
über die Traunbrücke fahrend wartete die nächste
Stiege. Diese war aber unfahrbar und so musste dort jeder vom Bike um auf das flache Endstück des Rennes entlang der Traun zu gelangen. Eigentlich wollte ich mit Hilfe eines weiteren Fahrers
noch mal mit abwechselndem Windschattenfahren
richtig Tempo machen. Doch der Kollege konnte nicht mehr mitziehen. Meine
Beine waren wieder sehr gut und so zog dann ich einige Biker hinter mir her.
Keiner wollte Führungsarbeit leisten. Erst nach gut 3 Kilometern löste mich
einer ab. So konnte auch ich mich im Windschatten wieder ein wenig erholen.
Im letzten flachen Trailstück überholte ich den
Kollegen wieder. Die den letzten zwei Kilometer ins Ziel begann eine
Windschattenschlacht. Zwei Fahrer hängten sich an mich dran. Ich scherte dann
aus um einen der beiden nach vorne zu lassen. Mit einem Tempo über 40 Km/h
sprinteten wir gemeinsam ins Ziel. Der Blick auf meine Rennzeit löste keine
große Zufriedenheit aus: 3:01:16 Stunden war absolut nicht die Zeit, die
ich mir für die 53 Kilometer vorgenommen hatte. Aber angesichts der
Schwierigkeiten bei der Auffahrt zur Hütteneckalm und des teilweise sehr
tiefen Bodens, lag ich damit um knapp 8 Minuten hinter der Zeit des
Vorjahres. In der Gesamtwertung belegte ich Rang 172 von 1.337 gewerteten
Fahrern. In der Altersklasse war die Zeit noch für den 58. Rang von 449
gewerteten Fahrern gut. Fazit: Der Wettergott hatte ein Einsehen – der große Regen
kam wieder nach dem Rennen Das
6-Stunden-Rennen eine Woche zuvor zeigte am langen Anstieg seine Auswirkungen Sehr gute
Performance ab Hütteneck Eine
Regenerationspause ist dringend nötig |