Rennen
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Zwölferhorn-Trophy
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Datum
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26.
August 2007
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Ort
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Abersee
/ Salzburg
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Strecke
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32
km / 1.171 hm
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Wetter |
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Sonne, 28 Grad
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Online |
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27. August 2007 |
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Was macht man an einem
der angeblich letzten Sommertage 2007 mit heißen Badetemperaturen? Richtig,
man(fred) setzt sich aufs Mountainbike und fährt
ein knackiges Rennen. Denn nur am Badestrand zu schwitzen wäre doch zu langweilig.
So gut, so schön – doch die ganze Geschichte hatte an diesem Tag einen
gewaltigen Haken…davon aber später mehr. Wie bereits
geschrieben: Es ist Sonntag morgen und der Wecker
bimmelt mich um halb sieben nervensägend aus dem Bett.
Die Sonne quält sich, so wie ich aus dem Bett, gerade über die Baumwipfel des
nahen Waldes. Dazu noch eine schön anzusehende Morgenröte – hm, so ein früher
Sonntagmorgen hat doch was… Meine Mission an diesem
schönen Tag hieß „Zwölferhornrennen in Abersee“. Also kurz frühstücken, die
Zeitung nach brauchbaren Bildern durchsuchen (zum Lesen bleibt um diese Zeit
keine Zeit), das Bike samt allen Renn-Utensilien
ins Auto packen – und das alles in nur 40 Minuten. Das musste alles so
schnell gehen, da der Weg nach Abersee am Wolfgangsee ein weiter war. Die
Landesgrenze zu Salzburg überschritten kam ich nach exakt 1 1/2 Stunden
Fahrt, ins immer wieder faszinierende Salzkammergut, am Zielort an. Wie seit Jahren bei
diesem kleinen, aber sehr feinen Rennen üblich, klappte die Startnummern- und
Chipausgabe wieder einmal hervorragend. So blieb mir sehr viel Zeit um die
Beine ausgiebig auf die bevorstehende Belastung vorzubereiten. Doch schon
beim Einfahren überkam mich so ein eigenartiges Gefühl, welches im weiteren
Verlauf dieses Tages noch entscheidend sein sollte. Eine Viertelstunde vor
dem Start kam ich wieder ins Startgelände. Die ersten etwa 15 Reihen waren
schon besetzt. Also musste ich mich ins Mittelfeld der etwa 170 Starter
zwängen. Um 10 Uhr fiel der Böller-Startschuß. Auf der ohnehin schon engen
Startstrasse wurde es bald so richtig eng. Deshalb versuchte ich so schnell
es ging ganz nach außen zu kommen um nicht im dichten Gewühl der Lenkerhörner
in einen Sturz verwickelt zu werden. Der erste Rennkilometer wurde
neutralisiert in Angriff genommen. Also gemäßigtes Tempo (mit 40?) und
trotzdem versuchen viele Plätze gut zu machen. Schliesslich
hatte ich durch die schlechte Startposition einige Neulinge vor mir. Kurz vor
dem Anstieg wurde das Rennen dann freigegeben. Rechtzeitig hatte ich es auch
geschafft, mir eine gute Ausgangssituation für den folgenden, langen Anstieg
zu schaffen. Der erste Teil des
Anstieges führte auf Asphalt einigermaßen steil bergauf. Es gelang mir noch
einige Fahrer zu überholen. Bis zum mittleren Teil des circa 800 Hm Anstieges
hatte ich mich gut nach vorne gearbeitet. Die Sonne knallte unbarmherzig vom
Himmel und ließ den Schweiß in Strömen fließen. Im letzten Drittel des
Anstieges hatte ich immer mehr Mühe, das Tempo der kleinen Gruppe in der ich
mich befand zu halten. Das eigenartige Gefühl vom Einfahren verstärkte sich
immer mehr – die Beine wurden schwerer und schwerer. Die hohe Temperatur in
der Sonne ließ nebenbei auch den Inhalt der Trinkflasche viel schneller als
geplant schrumpfen. Aus diesem Grund musste ich an der Labe kurz vor Ende des
Anstieges einen größeren Becher Wasser fassen. Damit war die Gruppe endgültig
nicht mehr zu halten und radelte auf und davon. Es folgte eine
Schiebepassage steil bergauf (für die man locker die silberne Wandernadel für
Kuhsteige erhalten würde) in der ich versuchte, wenn nicht schon fahrend dann
wenigstens zu Fuß die Gruppe wieder einzuholen. Doch auch zu Fuß war es sehr
beschwerlich da jemanden einzuholen. Im Gegenteil – ich wurde von zwei
Fahrern schiebend überholt. Mist! Somit hatte ich ab nun zwei neue „Gegner“
an denen ich mein Rennen neu ausrichtete. Doch aus dieses Vorhaben gestaltete
sich viel schwieriger als erwartet. Am kurzen Verbindungstrail
zur ersten Abfahrt hatte ich noch die Nase vorne. Doch schon im oberen Teil
der Forststrassen-Abfahrt büßte ich diesen Rang wieder ein. Es gelang mir nur
noch den Kollegen auf Sichtweite vor mir und den zweiten Kollegen auf Abstand
hinter mir zu halten. Doch am zweiten Gegenanstieg hatte auch der die
besseren Beine und zog an mir vorbei. Also musste Energie
her! Aus der Trikottasche kramte ich ein Power-Gel hervor. Dieses hatte ich
schon seit etwa einem viertel Jahr im Auto gelagert. Allen
Temperaturschwankungen der vergangen Monate schonungslos ausgesetzt. So sah
es auch nach dem Öffnen aus – das Gel hatte sich in eine leicht karamelisierte Masse verwandelt. Diese Masse dann auch
noch zu schlucken war eine langwierige Angelegenheit, die nur mit dem Inhalt
der Trinkflasche zu beschleunigen war. So, nun hatte ich das Gel im Magen,
die Trinkflasche schon wieder fast leer, eine Meute scheinbar ohne jegliche
Probleme strampelde Fahrer hinter mir und noch
immer schwere Beine. Dazu knallte die Sonne am kurzen Anstieg erbarmungslos.
Irgendwie musste ich mich über den Anstieg retten. Also holte ich den letzten
Rest aus den Muskelfasern. Geschafft – denn nach
dem kurzen Anstieg wartete ein supertechnischer Singletrail
runter in Richtung St.Gilgen am Wolfgangsee. Da
brauchte ich keine Beinkraft mehr, sondern konnte meine Stärke auf solchen,
von Felsen und Steinen durchsetzten Wanderwegen, voll ausspielen. Am Ende des
Trails kam ich ordentlich durchgeschüttelt, dafür
aber mit größerem Abstand auf die Verfolger zum nächsten Anstieg. Wobei
dieser Anstieg eigentlich gar keiner war. Es ging eher flach aber stetig
bergauf – richtig „g´schmiert“ wie man unter uns
Bikern sagt. Eigentlich sollte nun
die Wirkung des Gels in Form wieder wenigstens etwas stärkerer Beine
einsetzen. Stattdessen gesellte sich ein neues Problem hinzu. Das karamelisierte Gel ließ ab nun den Magen rebellieren. Mit
Magenkrämpfen, immer noch eher kraftlosen Beinen und daher schon ziemlich
unmotiviert quälte ich mich diesen Streckenteil hoch. Das
ich dabei von der Meute, die ich im Trail noch so
locker abhängte, nun ebenso locker überholt wurde sei hier nur noch nebenbei
erwähnt. Ab nun hatte ich ganz
andere Sorgen: soll ich soll ich nicht – kotzen!!! Ich fasste den
Entschluss es nicht zu tun. Erstens war der Reiz dann doch nicht so stark,
zweitens kotzt man nicht so einfach in die schöne Natur und drittens (für
einen wahren Racer viel wichtiger) würde ein stehen
bleiben (und speiben J) noch mehr Zeit und verlorene Ränge kosten. Ausserdem
hätte ich dazu im Ziel immer noch genug Zeit. Also konzentrierte ich
mich wieder auf das, wozu ich so früh am Morgen aufgestanden war – Rennen
fahren! Glücklicherweise folgte
nun die lange Abfahrt auf einer, nicht ungefährlichen, Forststrassen-Autobahn
ins Tal. Ganz alleine auf weiter Flur konnte ich mein Bike
so richtig laufen lassen ohne auf Fahrer vor oder knapp hinter mir achten zu
müssen. Ist ja auch nicht schlecht! Einzig einige Wanderer
wurden beinahe zu Hindernissen. Mit lautem Schreien (eine Hupe am Rad wäre
eine echte Überlegung wert) musste man so manchem Wandersmann vorwarnen,
damit man ihn bei Tempo 50 bis 60 plötzlich nicht am Lenker sitzen hat. Aber
es ging alles gut. Auch die neu montierten Reifen zeigten viel Biss. Damit
machte es unendlich viel Spaß erst kurz vor der Kurve bremsen zu müssen und
zirkelgenau diese durchfahren zu können. Wenigstens ein Lichtblick an diesem
Renntag… Im Tal angekommen,
wechselte der Untergrund von feinem Forststrassen-Schotter wieder auf
Asphalt. Hätte ich noch die „normale“ Kraft gehabt, wäre ab nun noch einmal
Tempo gemacht worden. Aber so musste ich froh sein, mich an einem
Überholenden anhängen zu können. Aber auch der Kollege war schon ziemlich
blau. Wir beschlossen gemeinsame Sache zu machen und im Windschatten
wechselnd das Ziel zu erreichen. Wäre da nicht eine Gemeinheit in Form einer
Bachdurchfahrt etwa 1 Kilometer vor dem Ziel gewesen, hätte dieses Vorhaben
auch geklappt. Aber der liebe Kollege
zog es vor nicht über die zwei große Steine ins Bachbett zu fahren, sondern stehen
zu bleiben und zu schieben. Ich fuhr über die Steine, hatte vor der Einfahrt
in den Bach aber völlig vergessen auf eine größere Übersetzung zu schalten.
Der Kollege (zu feige um runter zu fahren, aber clever genug den richtigen
Gang zu wählen) war somit auch auf und davon während ich am kurzen
Wiesenstück aus dem Bachbett heraus noch immer einen Gang zum wegfahren
suchte. Wieder auf mich alleine
gestellt, radelte ich dem Ziel entgegen. Zu den drei großen Problemen - leere
Beine, leere Trinkflasche, rebellierender Magen - gesellte sich nun auch noch
ein viertes dazu – Frust!!! Aber nach
zurückgelegten 32 Km, überwundenen 1.171 Hm und einer Fahrzeit von 1:51:43
Stunden war auch diese Schlacht geschlagen. Das war sicher eines
meiner schlechtesten Rennen dieser Saison, welches ich schnell abhaken sollte
dachte ich mir. Umso erstaunter war stellte ich am Abend nach dem Blick in
die Ergebnisliste fest, daß ich den angepeilten
Rang unter den Top 20 in der Alterklasse nur um zwei Ränge verpasst hatte.
Auch in der Gesamtwertung war ich mit Rang 63 von 156 Finishern,
angesichts aller beschriebenen Probleme, gar nicht mal sooo
schlecht. Fazit: Immer wieder gut organisierte Veranstaltung Tolle
Strecke, die alles zu bieten hat was ein MTB-Rennen braucht Jeder hat
mal einen schlechten Tag – heute war ich dran Trotz allem
noch ein relativ gutes Ergebnis eingefahren |