Rennen
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Ironbike
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Datum
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14. August 2010
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Ort
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Ischgl /
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Strecke
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48
km / 2.056 hm
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Wetter |
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Wolken, Sonne, 18 Grad
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Online |
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16. August 2010 |
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Als erst
zweites MTB-Rennen dieser Saison (weniger ist mehr?) stand der Ischgl-Ironbike seit vielen Wochen ganz dick in meinem
Rennkalender. Ischgl, das muss einfach sein – sowohl im Winter als natürlich auch
im Sommer!! Die eher
unstabile Wetterlage in unserem schönen Land machte mir diesmal leider einen
dicken Strich durch die Vorbereitungspläne auf ein schönes Ischgl-Weekend. Eigentlich war für Donnerstag Anreise
(mit leichter Biketour), Freitag eine gemütliche
Bergbesteigung, Samstag das Rennen und Sonntag eine schöne, knackige „roll out“-Tour mit dem Bike auf den
Madleinsee geplant. Leider reduzierte hartnäckiger Regen diesen Plan auf die
Anreise am Freitag spät Nachmittags, Samstag das
Rennen fahren und danach am frühen Abend wieder die Heimreise anzutreten. Nach dem
Einchecken im Stammhotel „Panorama-Ischgl“ holte
ich gleich die Startnummer. Wie immer funktionierte dies in Ischgl flott und
unkompliziert. Eine Regenpause nutzte ich für eine Aktivierungsrunde am Mountainbike,
inklusive einer super Trailabfahrt am Fimba-Wanderweg. Danach Pasta bunkern im Festzelt, damit
nicht nur die Wampe sondern auch die Kräfte wachsen J. Anschliessend war Bettruhe
angesagt. Der Renntag: Um 6.00
Uhr verließ ich mehr oder weniger freiwillig das Land der Träume und das
wohlig warme Bettchen. Erste
Aktion des noch frühen Tages – Wetter checken! Dicke Wolken hingen über das Paznauntal und die Temperaturen erinnerten eher bereits
an den anstehenden Winter-Saisonbeginn. Aber ganz hoch droben am Berg war die
Sonne (wenn auch nur im Wetter-TV) zu sehen. Also
gar nicht so schlecht für einen Renntag. Die immer
gleiche Reihenfolge Anziehen, Frühstücken, ausgiebig Einfahren und möglichst
bald in die Startaufstellung zu kommen klappte bis auf letzteres bestens.
Irgendwie hatte ich mich zu sehr auf das Einfahren konzentriert und dabei
glatt die Zeit übersehen. Steht man in Ischgl nicht mindestens 30 Minuten vor
der Startzeit im Startblock hat man bereits einen kleinen Nachteil fürs
Rennen ausgefasst. Vom Einfahren kam ich zwar gut aufgewärmt zurück, doch um
etwa 10 Minuten zu spät. So teilte ich den Startplatz ziemlich weit hinten
mit den typischen „Rucksackfahrern“ (nicht böse gemeint!), hypernervösen
Erststartern und so manchem Maulhelden der vor dem Rennen schon ein Sieger
war – na toll… !!! Glücklicherweise
wurde um 8.30 Uhr neutralisiert gestartet. Somit wurden die knapp 900 Biker
halbwegs gesittet und gebremst durch die Ortsrunde
in Ischgl geleitet. Für mich die erste Chance zu versuchen so schnell wie
möglich im vorderen Starterfeld den Anschluss zu finden. Dieses Vorhaben war
nur mit viel Konzentration auf gleichzeitig drei bis vier Mitstreitern vor,
neben und hinter mir zu absolvieren. Es war wie Slalom fahren mit dem
Mountainbike. Bis zur
Startfreigabe am Asphaltweg nach Mathon hatte ich
mich bereits gut nach vorne gearbeitet. Auf dem relativ schmalen Weg wurde so
manches Überholmanöver sehr haarig. Bis zur Auffahrt auf die Lareinalm, nahe Galtür, hatte
ich dem Gefühl nach (auch zu erkennen an den Gegnern) die angepeilte Position
erreicht. So mancher Mitstreiter wurde dann bis zum Beginn des Trail´s hinunter nach Galtür
noch überholt. Insgesamt aber hatte die ganze Überholerei
aber bereits etwas an der Kraft geknabbert. Glücklicherweise
erwischte ich nach dem Trail in Galtür
eine kleine Gruppe. Für die flache Rückfahrt nach Ischgl ein absoluter
Vorteil. Ich setzte mich gleich an die Spitze der Gruppe um das Tempo
vorzugeben. Danach wurde brav an der Spitze abgewechselt und das Tempo
dadurch sehr hoch gehalten. Dazwischen verspeiste ich wie immer einen
Energieriegel. Gar nicht so einfach bei Tempo 30 auf Schotter. Kurz vor
Ischgl machte ich wieder das Tempo. Ein Blick auf die Uhr bei der
Streckenteilung in der Fußgängerzone zeigte, dass ich, trotz des dummen
Missgeschickes in der Startaufstellung, 3 Minuten schneller war als im
Vorjahr! Mit großer
Freude darüber gab ich dem Superfly an der steilen
Kirchenauffahrt ordentlich die Sporen. Der Puls mutierte dabei ins
unkontrollierbare Nirgendwo. Sowohl Tacho als auch Pulsuhr versagten ab
sofort ihre Dienste. Bereits an der ersten steilen Rampe zur Auffahrt auf die
Idalp schienen sich auch noch die schnellen
Beinmuskeln langsam aber sicher zu verabschieden. Die für diese Steigung
geplante Übersetzung zu fahren konnte ich mir gleich abschminken. Doch ich
ließ mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht verrückt machen. Schließlich waren
wir an den ersten zwei Kilometern des 10 km langen Anstieges. Bis zur Labestation im flacheren Teil, kurz vor der Fimba-Mittelstation, waren bereits viele Mitstreiter
scheinbar mühelos an mir vorbeigezogen. Leider verbesserte sich dieser
Zustand auch auf den folgenden Kilometern nicht wesentlich. Ich schaffte es
einfach nicht den Pedaldruck in Tempo umzusetzen. Alle Versuche dies mit
anderen Übersetzungen zu bewerkstelligen scheiterten. So kroch
ich, viel zu langsam und schon leicht frustriert, den Anstieg hinauf.
Ausgerechnet am steilsten Stück konnte ich das Tempo ein wenig erhöhen und an
zwei, drei Mitstreiter heranfahren. Doch das war nur ein Tropfen auf den
heißen Stein. Denn unzählige Fahrer hatten mich bis zu diesem „Glücksmoment“
bereits überholt. Die Idalp bereits in Sichtweite,
gelang es mir wenigstens das höhere Tempo ein wenig zu halten. Nach
1.000 Höhenmetern im Schneckentempo an der Idalp
angekommen, wagte ich einen ersten Blick auf die Uhr. Die angepeilte
Gesamtzeit von 1:20:00 für die gesamte Auffahrt hatte ich bereits hier
verbraucht. Dabei waren noch weitere, zähe 200 Höhenmeter auf Schotter bis zur
Vellillscharte zu fahren! Der Schock saß tief aber
ich kämpfte natürlich weiter. Es wollte heute einfach nicht gelingen mit
gutem Tempo den Berg zu bezwingen. Die
Auffahrt zur Velillscharte wurde dann zur echten
Strapaze. Die Kräfte ließen immer mehr nach und ich sehnte mich nach der
kommenden Labestation. Diese endlich erreicht,
griff ich nicht wie üblich nach Wasser oder Iso-Getränk
sondern nach einer kleinen Flasche Cola! Ein letzter Hoffnungsschimmer, die
restlichen Meter bis zur Abfahrt noch für mich persönlich angemessen zu
absolvieren. Der halbe Inhalt der Flasche landete gierig in der Kehle, der
Rest in der Trinkflasche als eiserne Reserve.
Kurz nach
der Labestation folgte ein kurzes Schiebestück.
Eine willkommene Abwechslung um die müden Beinmuskeln im Gehen ein wenig zu
lockern. Kurz darauf schwang ich mich wieder aufs Bike
und nahm das allerletzte Steilstück unter die Stollenreifen. Mit großem
Willen und kurz zurückgekehrter Kraft, strampelte ich das etwa 15% steile
Schotterstück bis zur Velillscharte hinauf.
Geschafft! 1.200 Höhenmeter lagen hinter mir. Ab nun
ging es bis ins Ziel nur noch bergab. Nun hieß es, das Desaster von der
Auffahrt schnell zu vergessen und den Fokus nur noch auf den sehr
anspruchsvollen Velilltrail zu legen. In diesem
Streckenteil wollte ich einen Teil der verlorenen Zeit wieder aufholen. Der
Regen aus den Vortagen hatte den Trail sehr
aufgeweicht. Einige tiefe Schlammpassagen, gepaart mit den vielen kleinen
Felsen forderten so ziemlich alles von meinem technischen Fahrkönnen. Am Ende
des diesmal sehr schwer zur fahrenden Trails hatte
ich vier Mitstreiter wieder überholt. Am
folgenden Forstweg versuchte ich weiter Zeit aufzuholen. Mit hohem Tempo bretterte ich durch die
ziemlich dichte Nebelwolke in Höhe der Pardatsch-Mittelstation.
Ein Knackpunkt der Abfahrt ist immer wieder die Bachdurchfahrt am Ende des Velilltales. Diese hatte ich am Vortag extra besichtigt
um beim Rennen keine böse Überraschung zu erleben. Der Wasserstand hatte sich
trotz Regen in der Nacht nicht verändert und so ging es in voller Fahrt
durchs seeeehr kalte Wasser. Die Zehen froren
schlagartig zwar ein wenig, aber das kurz darauf folgende Steilstück lenkte
die Aufmerksamkeit voll auf die Bremsen. Bis dahin
gelang es mir auch einen Verfolger erfolgreich abzuhängen. Am Beginn des Prennerhanges verlangten die ausgewaschenen Kehren
nochmals vollste Konzentration. Bei jedem Antritt aus den Kehren schossen
zusätzlich massive Krämpfe in die Oberschenkel. Ein kleines Highlight ganz am
Ende der Abfahrt ist immer die Fahrt am schmalen Mittelstreifen des
Dorftunnels. Diese genoss ich, ehe dann ein letztes mal
vor dem Ziel voll in die Pedale getreten wurde. Mit sehr
gemischten Gefühlen überquerte ich die Ziellinie. Im ersten Moment ärgerte
ich mich noch sehr über die schlechte Auffahrt zur Idalp.
Gleichzeitg kämpfte ich, wie einige Finisher vor mir auch, noch ein bisschen mit den
Krämpfen. Eine Folgeerscheinung des doch recht kühlen Wetters. In der
Alterklasse Herren Masters wurde ich, im sehr international besetzen
Teilnehmerfeld, immerhin 14. bester Österreicher. In der Gesamtwertung
reichte es noch für Rang 79. Rennzeit : 3:12:23 Rang-Klasse : 17
von 102 Finishern Rang-Gesamt:
79 von 314 Finishern Fazit: Der verpatzte
Start wurde bis Galtür wieder halbwegs
gutgemacht Die
schlechteste Auffahrt auf die Idalp seit langem Im letzten Downhill verlorene Minuten wieder aufgeholt Hauptsache
gesund, ohne Sturz und defektfrei das Ziel erreicht 2011 wird die
doppelte Distanz gefahren IRONBIKE-RACEPICS
Bildquelle: www.sportograf.de
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